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Rock gegen Rechts in Bad Fredeburg 2010

Ein netter Nachmittag und Abend in Bad Fredeburg. Das Wetter hätte nicht besser sein können und das Gelände um die Kurhalle ist optimal für ein Open Air.

So gegen 16:30 war Fretix auf dem Top-Stage, gut getarnt hinter der Halle gelegen, am Start. Die hatten sich zwei "Kamera-Kinder" mitgebracht, die während des Gigs, die Kapelle auf der Bühne filmend, einen lustigen Ringelreihen aufgeführt haben. War witzig anzusehen.

Auf dieser Bühne gab es später Bardic. Die machen normalerweise recht filigrane Folkmusik, doch dieser Auftritt hatte ein bisschen was vom Musiker-Grusel-Kabinett, weil der Mensch am Mischpult eindeutig mehr auf Rammstein geeicht war. Die Folge war nicht nur ein wohl ziemlich grottiger Bühnensound. Aber auch trotz heftiger Bitten der Musiker um Gnade gab es keine. Schade für Band und Publikum.


Zwischendurch waren auf der Open-Air Hauptbühne Last Exit mit einem ordentlichen Spätstart in's Rennen gegangen. Die hatten gerade irgend einen Award gewonnen und waren dem entsprechend gut drauf. Auch wenn's nur kurz war - So macht Kohlenpott-Rock richtig Spass.

Danach waren die Lokalmatadoren angesagt. Zuerst mal Johann van der Smut. Die sind die interesanteste Band aus der Region und waren es auch an diesem Abend in Bad Fredeburg. Zu Anfang des Gigs eher an Holger Czukai angelehnt ging es später immer mehr in Richtung Ideal und NDW. Sehr hörenswert.

Das gilt natürlich auch für zebranistic. Als die loslegten war das Gelände gut gefüllt und der Boden hat gebebt. zebranistic hat mal wieder heftigst gerockt und das Publikum begeistert.

Auch der Sound war auf dem Open-Air Gelände neben der Kurhalle wirklich gut. Dazu konnte man sich die Lautstärke selber mit ein paar Schritten den Hang 'rauf oder 'runter aussuchen. Und der Ausblick erinnerte schon ein bisschen an die gute alte Loreley - mit Bad Fredeburg als Kulisse für den Sonnenuntergang.


Mittlerweile war's 22:30 geworden und eine verspätete Maikühle hatte eingesetzt. Da war es gut, dass es in der mollig warmen Kurhalle weiterging. Und zwar mit Konrad Küchenmeister. Der mag vielleicht in Berlin eine Nummer sein, konnte aber mit seinen vorgefertigten Beats und den dazu live produzierten Loops nicht überzeugen. War zwar politisch korrekt, mal mit Balkan-Touch dank Melodika oder Ethno mit Digeridoo, hörte sich eigentlich aber immer an wie etwas, das Scooter wohl der Katze geben würde.

Mehr ging leider nicht, aber wer noch länger da geblieben ist, kann ja mal schreiben - wird dann hier angefügt.


HJ. Baumann

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